Smarte Helfer bei der Energiewende

Auf die Hülle kommt’s an – auch bei der Energiewende. Denn immer häufiger wird die Außenhaut selbst Bestandteil des Energiekonzeptes. Forschung und Wirtschaft entwickeln neue, smarte Materialien, die helfen, Energie zu sparen oder neue zu generieren – so zum Beispiel bei Autos und Gebäuden.

auto-umwelt-9dcar_ponsulak-fotolia

Klimawandel, Energiewende und Ressourcenknappheit stellen unsere Gesellschaft und Technologien vor neue Herausforderungen. Um Stillstand bei der Entwicklung von energiesparenden Techniken zu vermeiden, zeichnet sich immer deutlicher ein neuer Trend ab. Zukünftig fahren wir Autos und wohnen in Häusern, die uns sowohl von innen als auch von außen dabei helfen, Energie zu sparen.
In der Ära der Energiewende kommt es bei Autos darauf an, dass sie weniger Benzin verbrauchen. Um das zu erreichen werden nicht nur die Motoren immer spritsparender – die Autos werden auch immer leichter. Neue Materialien sollen die gleiche Stabilität und Festigkeit aufweisen, das Gewicht aber erheblich reduzieren. So wird auch der Kraftstoffverbrauch minimiert. Bis zu 0,6 Liter je 100 Kilometer können Autofahrer einsparen, deren Wagen aus Faserverbundswerkstoffen, Carbon oder Aluminium gefertigt sind. Die Werkstoffe sind zwar gut für den Automobilbau geeignet, haben jedoch auch Nachteile: „Die Verarbeitung ist aufwendig und kompliziert – ein großer Teil der Arbeit wird immer noch von Hand erledigt“ sagt Birgit Niesing vom Fraunhofer Institut.

Leichte Autos lernen von der Natur
Beim Autobau fokussiert man sich jedoch nicht nur auf Motor und Karosserie. So arbeitet zum Beispiel DaimlerChrysler derzeit daran, das Auto zu einer fahrenden Solarzelle zu machen. Der aus bestimmten Farbstoffen bestehende Solar-Lack soll nach Vorbild der Fotosynthese, die Sonnenenergie zur Stromerzeugung nutzen. So könnte der Spritverbrauch um 0,5 Liter je100 Kilometer reduziert werden.
Doch nicht nur beim Auto, auch bei Gebäuden steht die Hülle im Fokus – vor allem im Bereich der energetischen Sanierung.

Haus im GrasHausfassaden als Teil des Energiekonzeptes
Dämmstoffe wie Holz, Hanffaser und neuerdings sogar Seegras zielen darauf, den Energieverlust im Haus so gering wie möglich zu halten. Die Fassade selbst zu einem Teil des Energiekonzeptes werden zu lassen, daran forscht unter anderem die IBA Hamburg. Sie hat dafür das Projekt „Smart Material Houses“ ins Leben gerufen. Smart Materials sind neue, intelligente Baustoffe, die Gebäude dynamisch auf Umweltveränderungen reagieren lassen. So können Fassaden-Glaselemente, in denen Mikroalgen gezüchtet werden, Sonnenenergie in Wärmeenergie und Biomasse umwandeln. Dächer und Fassaden werden zukünftig nicht nur vor Regen, Wind und Kälte schützen sondern durch Photovoltaik, Solarthermie und Bioreaktoren das Gebäude zum eigenen Kraftwerk machen und einen Großteil der benötigten Energie selbst erzeugen, meint IBA-Projektkoordinator Jan Gerbitz.

Anmerkung: Der Artikel erschien in ähnlicher Form im Reflex Energieratgeber (Handelsblatt, 18. Juni 2014)

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