Superfoods: „Als Droge nicht gut genug“

Natürlich habe ich Superfoods in meinem Küchenregal. Als moderner Großstädter mache ich diesen Ernährungstrend gerne mit. Erst heute morgen gab es einen Shake mit Erdbeeren, Himbeeren, Mandelkokosmilch und Aroniabeerenpulver. Letzteres ist sogar so hip, dass noch nicht einmal die Gemeinde der Foodblogger und Ernährungsgurus mit trendigen Rezeptideen und lustigen Gesundheitstheorien aufwartet. Aber jedes Trend-Lebensmittel braucht eben seine Zeit.

Finden sich auch in meinem Küchenregal: Matchapulver und Gojibeeren (© sofawissen.com)

Finden sich auch in meinem Küchenregal: Matchapulver und Gojibeeren (© sofawissen.com)

Ein Superfood der ersten Stunde ist Matcha. Atilla Hildmann, seines Zeichens veganer Superstar und Weltverbesserer, nennt das grüne Pulver liebevoll „veganes Kokain“. Mir wäre neu, dass herkömmliches Kokain nicht vegan ist. Aber vielleicht gibt es irgendwo auf der Welt einen gestressten Manager, der sein Kokain mit Hackfleisch streckt. Oder streckt er sein Hackfleisch mit Kokain? Ich weiß es nicht.

Aber ich schweife ab. Zurück zum Matcha. Das Pulver aus gemahlenen Grünteeblättern kommt ursprünglich aus Japan und ist dort Betsandteil von traditionellen Teezeremonien. Zubereitet soll es ein wahrer Muntermacher und gesundheitsfördernder Super-Drink sein. Schlank macht der Tee natürlich auch. Ich habe ja die Vermutung, dass vor allem die angeblich wohltuende Wirkung auf die Figur der Grund ist, warum das grün leuchtende Pulver auch außerhalb Japans so beliebt ist.

Als Schlankmacher gilt auch die Gojibeere. Die kleine rote Beere gilt als wahre Wunderfrucht. Soll nicht nur das Immunsystem stärken, sondern auch bei chronischen Entzündungen helfen. So euphorisch sind längst nicht alle, wenn es um die Gojibeere geht. Udo Pollmer, der natürliche Feind des Veganers und von Dauerdiäthaltern, steht dem ganzen – sagen wir mal – kritisch gegenüber. Seiner Meinung nach gehört das Obst in die Apotheke. Nicht zuletzt weil die Beeren auch Scopolamin und Atropin enthalten. Wer jetzt glaubt, er könne sich mit der Gojibeere in andere Sphären essen, den muss ich leider enttäuschen. Dafür ist der Gehalt an den Alkaloiden viel zu gering. Oder wie Pollmer sagt: „Als Droge nicht gut genug“.

Superfood am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen ! Wohl eher nicht, schmeckt aber (© sofawissen.com)

Superfood am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen! Das wohl eher nicht, schmeckt aber (© sofawissen.com)

Wissenschaftlich gesehen, steht die gesundheitsfördernde Wirkung der Superfoods auf der Kippe. Verlässliche Studien gibt es keine. Aber bekanntlich kann ja der Glaube Berge versetzen. Und auch ich werde meine Smoothies wohl weiter mit dem einen oder anderen Pulver verfeinern. Warum? Weil es mir schmeckt. Und wenn man die Superfoods auf das reduziert, was sie sind – Lebensmittel, aber bestimmt keine Wundermittel – ist dem eigentlich auch nichts entgegenzusetzen.

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