Die Stunde der Wahrheit

Das erste Mal ist immer etwas Besonderes. Der erste Schultag. Der erste Schwarm. Bei mir war es Lee Baxter von Caught in the Act. Und nein, ich schäme mich nicht dafür. Das war eine ganz tolle Boyband. Vielleicht waren die vier Jungs nicht ganz so talentiert wie die Mitglieder von N’Sync oder den Backstreet Boys; hatten aber durchaus ihre Daseinsberechtigung. Aber weiter im Text. Der erste Tag im Studium. Der erste Tag im neuen Studium. Die erste eigene Wohnung. Der erste Halbmarathon!

Entspannung, Entspannung und gaaaaaaanz viel Entspannung

269 Kilometer, knapp 40 Trainingsstunden – alles für diesen einen Moment. Was aus einer leicht peinlich berührten Katerlaune heraus entstand, entwickelte sich zu einem echten Hobby. Denn das Schöne am Laufen ist ja, dass man dafür eigentlich nicht viel braucht und es überall machen kann. Laufklamotten, ein paar halbwegs geeignete Laufschuhe und etwas Motivation, um den inneren Schweinehund auch bei schlechtem Wetter zu überwinden.

© sofawissen.com

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Und auf einmal ist sie da: die letzte Woche vor dem Halbmarathon. Um Kräfte zu sparen, wurde das Training entsprechend runtergefahren. Zwei kurze Einheiten an der Isar. Das musste reichen. Darüber hinaus hieß es keinen Alkohol, früh ins Bett, ausgewogen essen und vor allem viel trinken. Letzteres fiel mir tatsächlich schwer. Ich gehöre zu den Menschen, die erst merken, dass sie zu wenig getrunken haben, wenn die Migräne anklopft.

Klamotten an, Frisur richten und Nerven behalten

Eigentlich war schon das Abholen der Startunterlagen ein kleiner Nervenkrieg. Zum Glück war ich bereits am Freitag dort. Ich möchte nicht wissen, wie lange man Samstag oder Sonntag anstehen musste. Dann hieß es ab nach Hause und … Ja ihr wisst es wahrscheinlich schon. Entspannen! 

Sonntag – 10:00 Uhr. Entgegen allen Befürchtungen hab ich in der Nacht vor dem Halbmarathon ganz gut geschlafen. Nach ein paar Folgen Modern Family und dem Anfang von Fahrenheit 9/11 hab ich wie ein Baby geschlummert. Eine Tasse Kaffee, ein leichtes Frühstück und dann hieß es: Klamotten an, Frisur richten und Nerven behalten!

Gebt mir Bling Bling

Natürlich wurde die Nervosität – je näher der Start rückte – immer stärker. Trotz Training, weiß man am Ende nie, ob es tatsächlich reicht. Denn die gesamten 21 km bin ich während des Trainings nicht gelaufen. Das Gefühl wollte ich mir für den eigentlichen Wettkampf aufheben.

Vor allem vor dem Start hatte ich einen Heiden Respekt. Sagen wir es mal so: Ich bin ein kleiner Schussel. Dementsprechend gerne stolpere ich über Dinge oder laufe gegen an sich nicht übersehbare Gegenstände. Parkuhren, Türen, Schreibtisch – alles schon dabei gewesen. Nachdem sich das Feld dann nach und nach lockerte, fand ich jedoch mein Tempo. Versuchte mich nicht vom Unterhaltungsprogramm entlang der Strecke ablenken zu lassen und genoss jeden einzelnen Kilometer.

© sofawissen.com

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Auch wenn das erste Drittel etwas zäh lief, hatte ich das Gefühl, dass ich es tatsächlich schaffen kann. Nach 10 km wusste ich es. Und nach 16 km wollte ich nur noch diese verdammte Medaille. Das silberne Herz steht mir aber auch wirklich hervorragend. Richtig gehört! Trommelwirbel …. Ich habe es tatsächlich geschafft – 21 km quer durch München. Mein erster Halbmarathon – done!

Nach dem Halbmarathon ist vor dem Halbmarathon

Zwar habe ich anfangs gesagt, dass mir die Zeit egal ist. Aber sind wir doch mal ehrlich. Natürlich ist die Zeit nicht egal! Daher war das Ziel letztlich doch, unter 3 Stunden ins Ziel zu kommen. Zum einen, weil die Zeit ab 16:30 Uhr nicht mehr gestoppt wurde und zum anderen, weil ich wirklich nicht vom Kehrwagen eingesammelt werden wollte. Scheitern oder aufgeben ist eine Sache. Dazu gezwungen zu werden, schmerzt wohl jedes Läuferherzchen.

Im Olympia Stadion stoppte die Uhr schließlich bei 2 Stunden und 45 Minuten. Damit war ich eigentlich schon zufrieden; wusste aber, dass die Zeit noch etwas besser werden würde. Schließlich gehörte ich zu den Läufern aus Startblock C. Trommelwirbel die zweite …. Am Ende war meine Zeit 2:33:29 h (Brutto: 2:35:10 h). 

Und nun? Was kommt nach dem großen Lauf? Na der nächste Halbmarathon! Der exphysiker (mainlaufblog.de) hatte es mir auf Instagram ja bereits prophezeit.Das würden nicht meine letzten 21 km bleiben. Und wahrscheinlich wird er Recht behalten. Der 8. Oktober 2017 wird im Kalender schon einmal farbig markiert. Das geht zum Glück auch mit Muskelkater und vom Sofa aus 😉 

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