„Ein Datenberg allein hilft niemandem“

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Big Data in der Medizin geht weit über das Sammeln und Analysieren komplexer Daten hinaus. Es ist das Versprechen auf eine bessere und vor allem persönlichere Behandlung, unabhängig von Patient und Erkrankung. Bisher ist das kaum mehr als eine schöne Vorstellung. Julia Hagen, Referentin für Health & Pharma beim Digitalverband Bitkom, erklärt im Interview, wie diese Realität werden kann.

Wie wird Big Data die Medizin verändern?

Julia Hagen: Big Data bietet vielseitige Möglichkeiten für die Medizin. Ein Beispiel ist die Forschung, wo wir durch die Verknüpfung unterschiedlicher Daten neue Erkenntnisse gewinnen können. Wir sind heute in der Lage, große Datenmengen zu analysieren und auf diese Weise Muster zu erkennen und Hypothesen zu entwickeln, auf die wir ansonsten nicht gestoßen wären. Das wird der Medizin helfen, die Entstehung von Krankheiten besser zu verstehen und diese so früher zu erkennen. Auch in der Verknüpfung von Forschung und Therapie kann sich ein direkter Mehrwert für Patienten ergeben.

Können Sie das an einem Beispiel genauer erklären?

Am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg werden jedes Jahr mehrere Tausend Patienten behandelt. Tumorerkrankungen sind hoch komplex. Es gibt mehr als 100 Tumorarten, die zudem unterschiedliche Ausprägungen haben. Therapien bringen für die Patienten auch viele unangenehme Nebeneffekte mit sich, daher sollte eine Therapie so präzise wie möglich auf den Patienten zugeschnitten sein. Zu jedem Patienten gibt es daher eine Vielzahl an Datenpunkten, zum Beispiel verschiedene Laborbefunde oder Genomdaten. Darüber hinaus wird am NCT intensiv zu Tumorerkrankungen geforscht. Ein Data Warehouse zur Vernetzung der verschiedenen Daten sorgt in Heidelberg dafür, dass Patienten und Forschungsergebnisse sowie Forschungsvorhaben miteinander vernetzt werden können. Dort, wo ein Arzt zur Identifikation von Teilnehmern für eine klinische Studie oder zur Einschätzung einer Therapie früher mehrere Datenbanken mühsam nach Patienten mit ähnlichen Profilen durchsuchen musste, unterstützen heute Algorithmen.

Die Daten sind sicherlich auch für andere Einrichtungen interessant. Wie kommen Forscher außerhalb des NCCT daran?

Das ist aktuell eine der großen Hürden. Es sind bereits große Datenmengen an unterschiedlicher Stelle im Gesundheitswesen vorhanden. Zudem steigt die Menge dieser Daten kontinuierlich an, etwa durch die zunehmende Sensorik. Aktuell liegen die Daten zum Teil an völlig unterschiedlichen Stellen – in Krankenhausinformationssystemen, bei den Krankenkassen, in Krebsregistern oder bei der Industrie […]

Das vollständige Interview findet ihr hier.

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