Tipps gegen das Sommerloch

Ferienzeit ist Sommerlochzeit und vor allem für Online-Redakteure beginnt jetzt eine extreme Dürrephase. Man hat an dieser Stelle im Grunde nur zwei Möglichkeiten: Entweder man gibt auf und produziert nebensächlichen Content oder man nutzt die Zeit sinnvoll und vorausschauend.

Pool statt Redaktion, das wärs. Aber bis es soweit ist, muss ich noch irgendwie das Sommerloch überstehen. © Pixabay

Pool statt Redaktion, das wärs. Aber bis es soweit ist, muss ich noch irgendwie das Sommerloch überstehen. © Pixabay

Stillstand im politischen Berlin, den Tatort vom Sonntag kennt man irgendwie auch schon und auch sonst scheint nicht viel los zu sein. Das Sommerloch ist zurück, doch bisher leider ohne tierischen Medienstar. Nicht jeder mag eben die dauerhafte Präsenz in der Bild. Privatsphäre und so. Zugegeben, dank Bachelorette und Sommerhaus muss ich bisher nicht auf meine geliebten TV-Abende verzichten.

Aber auch an meinem E-Mail-Postfach in der Redaktion merke ich, zurzeit ist nicht wirklich viel los. Selbst die Produktmeldungen werden weniger. Dennoch muss ich an dieser Stelle sagen: „Ich liebe das Sommerloch!“ Denn wo keine Meldungen sind, ist auch kein Stress. Und auch das Telefon klingelt deutlich weniger – ein Träumchen. Und da ich mich aktuell morgens nicht so abhetzen muss, starte ich auch etwas entspannter in den Tag; ich bin und bleibe Frühaufsteher. Das heißt, zuerst gönne ich mir eine kleine Laufeinheit entlang der Isar und danach belohne ich mich mit einem leckeren Frühstück.

Ach ja so eine Acai-Peanutbutter-Bowl geht auch To-Go. Aber auf dem heimischen Sofa schmeckt sie doch am bestent. © sofawissen.com

Ach ja so eine Acai-Peanutbutter-Bowl geht auch To-Go. Aber auf dem heimischen Sofa schmeckt sie doch am besten. © sofawissen.com

Damit hat der Tag zwar gut begonnen, in der Redaktion sollte man natürlich trotz Sommerloch den Tag rumkriegen. Zum einen will man ja keine Minusstunden ansammeln und zum anderen ist es zu gewissen Tageszeiten drinnen deutlich angenehmer als draußen. Zwar habe ich dank der Printausgaben immer etwas zu tun, aber auch onlinemäßig soll es ja trotz tropischer Temperaturen weitergehen. Hier also ein paar Tipps, um das Sommerloch ohne Langeweile und Quatsch-Content zu überstehen. Ihr könnt es auch Vorschläge nennen. Oder Anregungen beziehungsweise Hinweise. Naja, auf jeden Fall mach ich das aktuell.

1. Themen recherchieren

Ich nutze die Zeit gerne, um mir mögliche Themen für die nächsten Ausgaben oder die Zeit nach den Ferien zu überlegen. Denn auch wenn ich als Fachredakteurin hauptsächlich Texte redigiere, versuche ich doch so oft wie möglich eigene Beiträge zu schreiben. Zum einen weil das ja genau das ist, warum ich Journalistin geworden bin und zum anderen lernt man das große Thema (in meinem Fall Medizinelektronik) immer besser kennen.

2. Weiterbilden

Auch wenn ich ein wissenschaftliches Studium habe, muss ich leider zugeben, dass es da durchaus ein paar Wissenslücken gibt. Dementsprechend groß war die Motivation am Anfang, diese aufzufüllen. Doch sobald man im Job ist, bleibt dafür eigentlich kaum Zeit. Zwar schnappt man mit jedem Beitrag etwas auf, aber da ist noch Luft nach oben. Daher nutze ich jetzt die Zeit und lese das ein oder andere etwas ausführlicher nach. Und das tolle, das angeeignete Wissen, kann man auch direkt in Content umsetzen.

3. Dispolisten anlegen

Ich liebe Dispolisten! Und habe gefühlt 100 davon: für das nächste Heft, für die Homepage, für Social-Media, für die Basics… Irgendwann habe ich eine Dispoliste für meine Dispolisten 😉 Aber Spaß beiseite, mir helfen die Listen in meinem beruflichen Alltag. Denn was ich wann, wo und wie veröffentlicht habe, weiß ich zum Teil nach dem Mittagessen nicht mehr. Ich kann dank der Listen deutlich strukturierter arbeiten und veröffentliche garantiert keine Meldung zweimal. Also wer noch keine hat, sollte die contentfreie Zeit nutzen und Dispolisten erstellen.

4. User kennenlernen

Natürlich heißt das nicht, dass man sie persönlich besucht. Aber man kann ihr Verhalten studieren: Welche Beiträge lesen sie gerne? Was interessiert sie überhaupt nicht? Welcher Betreff im Newsletter animiert sie zum öffnen und wann wird der Newsletter zum Ladenhüter? Denn obwohl ich jede Woche meine Klickzahlen überprüfe und fein säuberlich dokumentiere, bleibt nie die Zeit, aus den Daten auch Informationen zu extrahieren.

Meine Lektüre für die heißen Tage.© sofawissen.com

Meine Lektüre für die heißen Tage.© sofawissen.com

5. Kreativ sein

Ich persönlich mag es, wenn Medien in der Lage sind, sich weiterzuentwickeln. Dazu gehört es eben auch, ab und an mal neue Wege zu gehen. Das heißt nicht, dass man jedem Trend folgen muss, sondern sich überlegt, wie kann man den Inhalt auch mal anders transportieren. Es muss ja nicht immer ein klassischer Artikel oder ein Interview sein. Ich zum Beispiel habe vor kurzem meine erste multimediale Infografik ins Heft „geschmuggelt“. Und das Sommerloch ist die perfekte Zeit, um solche Ideen zu entwickeln.

6. Content recyceln

Eigentlich könnte dieser Punkt auch unter 3.1. laufen. Denn was soll man machen, wenn inhaltlich nicht viel Neues passiert? Richtig, alten Content sinnvoll und kreativ erneut verbraten! Rankings, zum Beispiel die meistgelesenen Beiträge im Monat xy – gehen ja immer. Oder Specials, denn um eines auf die Beine zu stellen, braucht es ja überhaupt erstmal Inhalt. Natürlich sollte man nicht vergessen, das Special danach regelmäßig mit frischem Content zu füttern. Hmmm, vielleicht brauche ich auch noch eine Dispoliste für die Specials …

7. Content vorproduzieren

Selbst das längste und schönste Sommerloch ist irgendwann einmal vorbei. Und dann kommt wieder alles auf einmal. Das nächste Heft muss fertig werden, Messetermine und andere Dienstreisen nicht nur organisiert, sondern auch wahrgenommen werden. Da ein Meeting, dort ein Interview. Und trotzdem muss die Homepage stetig aktualisiert werden. Um dementsprechend nicht ins Schleudern zu geraten, nutze ich die Zeit jetzt und produziere so viel Content wie möglich vor. Das gilt natürlich für haltbare Inhalte, die an keinem Datum gebunden sind. Eine aktuelle News in vier Wochen zu veröffentlichen, wäre eher suboptimal.

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