Auf Visite bei Brainlab: »Der Arzt soll nicht Computer spielen«

Brainlab gehört ohne Zweifel zu den Vorreitern in Sachen Digitaler OP. Davon kann man sich während einer Tour durch die Demoräume des Unternehmens in Riem überzeugen. Dabei zeigt sich: Es muss nicht immer die abwegigste Idee sein, um auf sich aufmerksam zu machen.

Die Herausforderung: Technik soll dem Arzt helfen und nicht vom Geschehen im OP ablenken. (© Brainlab)

Die Herausforderung: Technik soll dem Arzt helfen und nicht vom Geschehen im OP ablenken. (© Brainlab)

Die Messestadt Riem ist eines der jüngsten Quartiere Münchens, multikulturell und ein Ort der Innovationen. Sie befindet sich komplett auf dem Gelände des 1992 stillgelegten Flughafens München-Riem und beinhaltet heute neben einem Wohnviertel die Neue Messe München und ein Einkaufszentrum. Wie ein Relikt aus einer alten Zeit ragt der denkmalgeschützte Tower hervor. 21 Jahre stand dieser leer. Kein Investor wollte hier landen, zwischenzeitlich gab es sogar den Plan, den 35 Meter hohen Kontrollturm komplett umzusiedeln. Das wurde verworfen – zu teuer, zu riskant und vor allem zu Unrecht. Denn wo einst Lotsen an ihren Computern dafür sorgten, dass die Flugzeuge auf den richtigen Routen verkehrten, entsteht heute High-Tech: Seit 2017 gehört der Tower zur Firmenzentrale von Brainlab. Das Unternehmen entwickelt und vermarktet Systeme für das bildgesteuerte Operieren sowie die Strahlentherapie. Navigation, Computer und moderne Technik spielen im Turm also noch immer eine Rolle. Nur geht es nicht mehr um Flugzeuge, sondern um Reisen ins Innere des menschlichen Körpers. […]

Heute gehört Brainlab zu den führenden Unternehmen in dem Bereich, mit Kunden in über 100 Ländern. Mehr als 5075 Krankenhäuser nutzen die Software des Unternehmens, das seine Fühler längst in alle Richtungen ausgestreckt hat und mittlerweile auch Hardware anbietet. Ganz nach dem Motto »Schuster bleib bei deinen Leisten« handelt es sich auch dabei um Werkzeuge für den digitalen OP. Man bleibt sich in München treu: »Wir sind noch immer ein Softwareunternehmen«, sagt Boegner. So ganz abkaufen möchte man ihm diese Zurückhaltung nicht, vor allem beim Blick auf die Ausstellungsstücke im Foyer. Dort finden sich Systeme für die Tiefe Hirnstimulation (THS), Roboter und Kameras für die Hirnchirurgie sowie Assistenzsysteme für Operationen an der Wirbelsäule. Dabei setzt Brainlab auch auf eine enge Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen, zum Beispiel Medineering. Das Unternehmen unterstützt Chirurgen mit einem modularen Roboterarm. Seit diesem Jahr gehört das Start-up vollständig zu Brainlab. Im Gegensatz zu Robotikkonzepten, die bei über einer Million Dollar beginnen, ist der leichte Medizintechnikarm für einen Bruchteil der Kosten erhältlich und lässt sich leicht an den Seitenschienen des OP-Tisches montieren. […]

Plötzlich ist der Hirntumor zum Greifen nah

Und während man sich langsam an die neuen Techniken im OP gewöhnt, arbeiten sie in Riem schon wieder an der Zukunft. Wie diese aussehen könnte, erfährt der Besucher im Keller. Die »Talfahrt« lohnt sich, denn dort angekommen, befindet man sich einem futuristischen OP-Saal, in dem Hard- und Software eine faszinierende Einheit bilden. Immer gepaart mit einem Stück Zukunft, zum Beispiel in Form von Augmented und Virtual Reality. Auch hier setzt Brainlab auf strategische Partnerschaften. Gemeinsam mit Magic Leap will das Unternehmen zum Beispiel proprietäre Lösungen für räumliches Computing (Spatial Computing) entwickeln – eine neue Dimension von Virtual und Augmented Reality, bei der reale Wahrnehmungen durch digitale Inhalte angereichert werden. Der Chirurg arbeitet sich so Stück für Stück durch den Kopf seines Patienten und mit jeder Schicht erkennt er den Tumor besser. Dass dieser irgendwann überdimensional über dem eigenen Kopf schwebt ist zwar für den Laien gewöhnungsbedürft, könnte den Ärzten aber dabei helfen, die Krankheiten noch besser zu verstehen. Dabei geht es nicht darum, so abstrakt wie möglich zu werden. »Der Arzt soll am Ende nicht Computer spielen«, sagt Boegner. […]

Den vollständigen Beitrag findet ihr hier.

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