Lieber heute als morgen: Fachzeitschriften & Digitalisierung

Fachzeitschriften genießen unter den deutschen Entscheidern einen besonders hohen Stellenwert. Darauf ausruhen sollten sich die Verlage jedoch nicht. Denn die Digitalisierung verändert auch die Fachmedien. Nur wer heute schon in Online-Inhalte investiert, wird auch in Zukunft für seine Zielgruppe existent sein. 

Drei Beispiele für deutsche Fachzeitschriften: Kunststoffe, Medizin+elektronik und medical design

Beispiele für Fachzeitschriften und Stationen des Couchpotato (© sofawissen.com/ M. Ehrhardt)

Bevor wir zu den Fakten und Zahlen kommen, klären wir erst einmal, was eine Fachzeitschrift überhaupt ist. Dabei handelt es sich um eine regelmäßig erscheinende Zeitschrift, die sich überwiegend mit einem klar eingegrenzten Fachgebiet und Zielgruppe befasst. Sie richten sich an berufsmäßig interessierte Leser. Das heißt, Fachzeitschriften dienen zur beruflichen und fachlichen Information sowie zur Weiterbildung.

Fachzeitschriften sind Branchen-Influencer

Nach Angaben des Branchenverband Deutsche Fachpresse wurden 2018 bundesweit insgesamt 5.537 Titel publiziert. Gegenüber 2017 entspricht dies einem Rückgang um 1,6 % (beziehungsweise 90 Titel). Die fünf größten deutschen Fachzeitschriften, gemessen an ihrem Bruttowerbeumsatz im Jahr 2018, in Millionen Euro, sind:

  • Deutsche Ärzteblatt
  • Lebemsittelzeitung
  • Textilwirtschaft
  • Horizont
  • Ärztezeitung

Fachmedien genießen dabei insgesamt einen sehr guten Ruf. Sie sind die Top-Influencer für 7,4 Millionen professionelle Entscheider in Deutschland. Dabei zeigt sich: Print hat noch immer die Autorität am Markt. Gedruckte Informationen gelten als glaubwürdig, neutral und seriös.

Fachmedien profitieren vom digitalen Boom

So weit so gut. Das Problem: So hochwertig Print auch ist, das große Geld werden die Verlage damit langfristig nicht mehr machen. Die Digitalisierung wird auch die Fachmedien langfristig verändern. Ihr Vorteil: Anders als die Publikumszeitschriften werden sie vom digitalen Boom nicht überrannt, sondern profitieren davon – vorausgesetzt sie verschlafen den digitalen Wandel nicht.

Glaubt ihr nicht? Dann hilft vielleicht ein Blick auf die Zahlen. Die Deutsche Fachpresse konnte 2018 ein Umsatzplus von 1,1 Prozent verbuchen. Der Umsatz stieg insgesamt auf 7,73 Milliarden Euro (Vorjahr: 7,65 Mrd. Euro). Die Erlöse im Printbereich weisen dabei weiter eine rückläufige Tendenz auf; verlor gegenüber 2017 2,5 Prozent und erzielte einen Gesamtumsatz von 4,15 Milliarden Euro. Der Digitalbereich ist im gleichen Zeitraum mit einem Gesamtumsatz von 2,56 Milliarden Euro um 6,1 Prozent gewachsen.

Digitalisierung ist kein Trend

Meiner Meinung nach ist diese Entwicklung nicht nur eine Laune, sondern ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Zukunft. Die Digitalisierung ist nicht einfach irgendein Trend, den wir alle 2020 einmal mitgemacht haben müssen. Sie begleitet uns langfristig und in allen Lebensbereichen.

Keine Frage, Print wird es auch in den nächsten Jahren noch geben und die Produkte werden nach wie vor einen hohen Stellenwert genießen. Aber die Zukunft gehört den digitalen Medien. Im Idealfall bauen die Verlage ihre Online-Angebote schon heute dementsprechend aus, investieren in neue Formate und überlegen sich eine geeignete Strategie. Aber nicht auf Kosten der Leser, auch online sind sie das Zünglein an der Waage. Also bitte nicht vor lauter SEO, SEA und was es nicht alles gibt, den Ursprung verlieren: die Inhalte!

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