Handprothesen: Noch mal mit Gefühl

Filigrane Kunst: Individuelle Motoren in den Fingern ermöglichen ein natürliches und koordiniertes Bewegen und Greifen. (Bild: Ottobock)

Filigrane Kunst: Individuelle Motoren in den Fingern ermöglichen ein natürliches und koordiniertes Bewegen und Greifen. (Bild: Ottobock)

Auch wenn sich Prothesen seit ihren Anfängen während des ersten Weltkrieges deutlich weiter entwickelt haben, können sie ihre natürlichen Vorbilder noch nicht vollständig ersetzen. Vor allem bei Handprothesen gibt es noch Funktionen nachzubessern.

Deutschland 1916: Inmitten des Ersten Weltkrieges entwickelt der Chirurg Ferdinand Sauerbruch dem nach ihm benannten Sauerbruch-Arm, ein Meilenstein im Bereich der Armprothetik (Bild 1). Angeregt durch Aurel Stodola (1859 – 1942), Professor für Maschinenbau in Zürich, wollte er eine Prothese entwickeln, die von der Muskulatur des Amputationsstumpfes angesteuert werden konnte: die »willkürlich bewegbare künstliche Hand«. Diese Aufgabe hatte sowohl eine chirurgische als auch eine feinmechanische Seite. Die mechanische Koppelung von Arm und Prothese erreichte er durch das Anlegen von Kanälen durch die Beuge- und Streckmuskulatur. Diese mit Haut ausgekleideten Kanäle nahmen später stabile Elfenbeinstifte auf, in die der Amputierte die Mechanik der Prothese einhängen konnte. So wurde die Kontraktion der Beuger oder der Strecker auf eine Zug- bzw. Druckbewegung des Metallstabes übertragen, der in die Kunsthand hineinlief.

Fast zur selben Zeit wurde in Berlin-Kreuzberg eines der erfolgreichsten deutschen »Start-ups« gegründet – Ottobock. Bock hatte erkannt, dass die vielen amputierten Weltkriegsopfer mit handwerklichen Mitteln nicht ausreichend zu versorgen waren. Seine Orthopädische Industrie GmbH begann 1919, Bauteile für Prothesen industriell zu produzieren. Bock leitete so auf seinem Gebiet ein neues Zeitalter ein. Als Ottobock im Gründungsjahr aus dem politisch unruhigen Berlin nach Königssee in den Thüringer Wald umzog, lagen Hightech-Produkte in weiter Ferne. Damals ging es eher um die Herstellung von Holzbeinen. 1947 zog die Firma nach der Enteignung in der damaligen Sowjetzone erneut zwangsweise um – Max Näder, der Schwiegersohn des Gründers, fing in Duderstadt neu an.

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