Social Media: Das Schlaraffenland für Planungsfreaks

Bis vor ein paar Jahren hätte ich selbst noch gedacht, dass ein Social Media Plan nur etwas für Kontrollfreaks ist. Heute gehöre ich selbst dazu, weiß dafür aber auch die Vorzüge einer guten Planung zu schätzen.

Die Gesamtzahl der weltweiten Nutzer von sozialen Netzwerken lag im Jahr 2019 Prognosen zufolge bei nahezu 2,8 Milliarden. (Bild: Pixabay)

Die Gesamtzahl der weltweiten Nutzer von sozialen Netzwerken lag im Jahr 2019 Prognosen zufolge bei nahezu 2,8 Milliarden. (Bild: Pixabay)

Es passiert mir selten, dass ich im Büro vor Freude quieke. Aber bei dem, was Twitter jetzt rausgehauen hat, ging es mit mir durch. Denn nun verfügt auch der Kurznachrichtendienst über eine Planungsfunktion. Ja ja, die Schlaumeier unter uns werden nun sagen: „Aber es gibt doch Tweetdeck“. Dem entgegne ich nur lässig: „Hat schon seinen Grund, warum sich das nicht durchgesetzt hat!“

Um ehrlich zu sein, ich mochte Tweetdeck von Anfang an nicht. Zum einen find ich die Aufmachung wenig benutzerfreundlich. Zum anderen, möchte ich auch für die Postplanung in der jeweiligen Applikation bleiben und nicht in einen neuen Tab oder noch schlimmer in einer extra App wechseln.

Keine Frage, es gibt mittlerweile viele gute Anbieter und hin und wieder teste ich auch das ein oder andere Social-Media-Management-Tool. Aber am Ende ist es wie es ist: Ich fahre mit meinen guten alten Excel-Listen bisher einfach am besten. Bevor ich jedoch zu früh zu viel aus dem Nähkästchen plaudere, fangen wir erst einmal mit den Basics an.

Step by Step zum idealen Social Media Plan

An dieser Stelle eins vorweg: Es gibt nicht den einen Social Media Plan. Da muss jeder auch ein bisschen ausprobieren, mit welcher Methode er seine Ziele effektiv erreicht. Dabei kann man schon mit der ersten Herangehensweise erfolgreich sein. Es kann aber auch sein und so war es bei mir: Probieren geht über Studieren.

Kommen wir nun aber zu der wesentlichen Frage: Was ist ein Social Media Plan? Wie der Name es schon vermuten lässt, handelt es sich dabei um einen Plan, in dem festgehalten wird, wann und wo welcher Post veröffentlicht wird. Also eine Übersicht, in der alle Social Media Beiträge strukturiert, geplant und terminiert werden. Er regelt gegebenenfalls auch, in welcher Form – Text, Bild, Infografik, Video, Link, etc. – der Beitrag veröffentlicht wird und wer dafür verantwortlich ist. Das kommt zum einen darauf an, wie viele Netzwerke man bespielt und wie groß das Team ist.

Eigenheiten der Netzwerke beachten

Nun ist es nicht einfach damit getan, zu bestimmen, wer das nächste Bild auf Instagram postet und wer für den Twitter-Kanal verantwortlich ist. Jedes Netzwerk hat seine Eigenheiten, die man berücksichtigen sollte. Daher stellt euch immer die Frage: Warum seid ihr dort angemeldet beziehungsweise was wollt ihr am Ende des Tages erreichen? Das könnten zum Beispiel folgende Ziele sein:

    • Ihr wollt euch ein (berufliches) Netzwerk aufbauen
    • Ihr wollt Traffic auf eure Seite generieren
    • Ihr wollt Teilnehmer für Veranstaltungen gewinnen
    • Ihr wollte live berichten und mitreden

All das sind gute Gründe, auf Social Media unterwegs zu sein. Aber mit einem Netzwerk erreicht man nicht alles. So ist Twitter beispielsweise sehr gut für eine Live-Berichterstattung von unterwegs (aktuell etwas schwierig), aber Links funktionieren dort nur bedingt. Traffic kann man aber sehr gut mit Facebook oder Xing generieren. Das zeigt auch schon, dass die Inhalte auf den verschiedenen Kanälen nicht identisch sein können. Was beispielsweise auf Instagram gut funktioniert, kann auf LinkedIn scheitern. Daher überlegt euch nicht nur, was ihr posten wollt, sondern auch wen ihr dort ansprechen wollt. Eine regelmäßige Analyse kann helfen, eure Zielgruppe zu definieren und gute von schlechten Postings zu unterscheiden.

Wichtig ist auch die Ansprache. Während man bei Instagram seine Follower in einem lockeren Ton ansprechen kann, sollte man die auf Xing oder Twitter vielleicht lieber Siezen. Das kommt auch immer darauf an, was für Inhalte man bedient und ob man dies beruflich oder privat macht. Auch bei mir ist es ein Unterschied, ob ich beruflich als Fachredakteurin oder privat als Bloggerin poste.

Warum lohnt sich ein Social Media Plan?

Wer es bis hier geschafft hat, kann sich eine Antwort auf diese Frage wahrscheinlich schon denken. Ein Social Media Plan hilft vor allem bei der Organisation. Das erleichtert die Arbeit und hilft bei der Ressourcenplanung.

Hinzu kommt, eure Kanäle werden tatsächlich gepflegt – lange Pausen und Dopplungen ade. Ein weiterer Vorteil, ihr bringt Struktur in euren Social Media Dschungel und könnt gleichzeitig alles dokumentieren.

Vier Schritte für ein Hallelujah

Ich habe zwar kein allgemeingültiges Rezept für euch, aber ich kann ja ein bisschen meine Vorgehensweise erklären. Zumindest kann ich es versuchen.

  1. Übersicht: Welche Beiträge möchte ich wann, wo und wie teilen
  2. Erstellen der Beiträge (Text, Bild etc.)
  3. Einpflegen und datieren
  4. Veröffentlichen
Einfach, aber effektiv: Ein Social Media Plan muss gar nicht super kompliziert sein. (Bild: Sofawissen/M .Ehrhardt)

Einfach, aber effektiv: Ein Social Media Plan muss gar nicht super kompliziert sein. (Bild: Sofawissen/M .Ehrhardt)*

Nützliche Links

Ich habe in den meisten Fällen von Beiträgen meiner Seite gesprochen. Zwar gucke auch ich immer, ob in dem jeweiligen Monat ein besonderer Tag ist und welche Events anstehen. Das habe ich aber schon einmal an anderer Stelle erklärt.

Außerdem spreche ich – wie immer – von rein redaktionellen Inhalten. Falls ihr aber mehr in die Richtung Marketing gehen oder einen Social-Media-Redaktionsplan wollt, habe ich hier noch zwei Beiträge, die helfen könnten:

P.S.: Und bitte keine RSS-Feeds einlaufen lassen! Social Media lebt von dem persönlichem und nicht von automatisierten Postings.

*Ich arbeite in der Regel von Montag bis Freitag, daher beinhaltet mein Plan auch nicht das Wochenende.

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