Strahlentherapie: »Jede Bewegung könnte fatale Folgen haben«

Im April erhielt Brainlab die CE-Kennzeichnungfür ExacTrac Dynamic. Das Patientenpositionierungs- und -überwachungssystem für die Strahlentherapie kombiniert oberflächen- und röntgenbasiertes Tracking. Das soll die Behandlung für den Patienten nicht nur angenehmer, sondern auch sicherer machen. Ich habe mit Claus Promberger, Vice President R&D Radiation Oncology bei Brainlab, über die bisherigen Herausforderungen in der Strahlentherapie gesprochen und darüber, wie ExacTrac Dynamic diese lösen soll.

Mit ExacTrac Dynamic präsentiert Brainlab ein neues System für die Patientenüberwachung für die Strahlentherapie. Warum ist die Bestimmung der Position während der Behandlung so wichtig?

Da unterscheiden wir zwischen zwei Hauptfällen. Der erste ist, dass jede ungewollte Bewegung im Grunde zu einer Fehlbehandlung führen würde. In der Strahlentherapie wollen wir nur eine bestimmte Stelle treffen und so viel umliegendes Gewebe wie möglich schützen. Insbesondere im Bereich des Kopfes beziehungsweise des Gehirns wäre selbst die kleinste Bewegung fatal. Der zweite Fall bezieht sich auf Organe oder Bereiche, deren Bewegung der Patient gar nicht kontrollieren kann – die Lunge zum Beispiel oder in der Nähe des Herzens. Diese natürlichen, inneren Bewegungen plant man mit ein und strahlt nur in dem Zeitbereich, in dem der Patient in der richtigen Position liegt.

Bei der oberflächengesteuerten Strahlentherapie geht man davon aus, dass eine perfekte Korrelation zwischen Oberfläche und Bewegung der inneren Organe bzw. des Tumors besteht. Studien haben jedoch gezeigt, dass diese stark von der Behandlungsstelle abhängt. Können Sie das an einem Beispiel genauer erklären?

Wir wissen, dass es Organe gibt, die sich kaum bewegen. Das Gehirn beispielsweise liegt fest im Knochen und hier finden kaum Bewegungen statt. Hier funktioniert die Korrelation ziemlich gut und wir können sehr exakt –anhand der Position des Knochens – bestrahlen. Bei Lungenkrebs funktioniert das nicht so gut. Wenn der Patient atmet, kann es sein, dass sich die Oberfläche (Brustkorb, Anm. d. R.) kaum beziehungsweise nicht sichtbar bewegt. Aber die Lunge selbst bewegt sich natürlich und damit auch der Tumor. Das heißt, würden wir nur auf die Oberfläche achten, würden wir diese Bewegungen nicht bemerken.

Was könnte im schlimmsten Fall passieren?

Man weiß ja heute, dass diese Bewegungen stattfinden und bestrahlt daher meist größere Regionen. Würde man das nicht machen, käme es zu einer Unterdosierung und der Tumor würde nicht ausreichend bestrahlt. Diese größere Region beeinflusst aber das Normalgewebe.

Das heißt, man entscheidet sich im Grunde für das kleinere Übel. Lösen Sie mit Ihrem System dieses Dilemma?

[…]

Das vollständige Interview findet ihr hier

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