Archiv der Kategorie: Kunststofftechnik

Mikroplastik: Löchrige Selbstverpflichtung

Es wird knapp. Bis 2020 will die Kosmetikindustrie auf Mikroplastik in ihren Produkten verzichten – freiwillig. Problem bei dieser Selbstverpflichtung ohne Regeln: Die wenigsten setzen sie durch. Nach wie vor verwenden viele Hersteller Mikroplastik in ihren Produkten. Das zeigt auch das Ergebnis einer Greenpeace-Bewertung von 22 deutschen Firmen.

Mikroplastik aus Kosmetikprodukten: Die Selbstverpflichtung der Industrie reicht nicht aus (© BUND/S. Glinka)

Mikroplastik aus Kosmetikprodukten: Die Selbstverpflichtung der Industrie reicht nicht aus (© BUND/S. Glinka)

Einseifen, abwaschen, runterspülen – so gelangen jährlich allein rund 500 Tonnen Polyethylen aus Kosmetika hierzulande in die Umwelt. Die meisten Kläranlagen sind jedoch mit den winzigen Partikeln überfordert und können diese nicht vollständig herausfiltern. Also landen sie in unseren Flüssen und Meeren. Dort lagern sich die Kunststoffteilchen im Sediment an und werden zur Nahrung für Muscheln und andere Meerestiere. In Ländern wie den USA und Kanada ist Mikroplastik in Kosmetik inzwischen verboten. In Deutschland hat man auf freiwillige Zugeständnisse der Industrie gesetzt.

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SofaWiki: Biokunststoffe

Verpackungen, PET-Flaschen oder Plastiktüten – Kunststoffe sehen wir an jeder Ecke. Und trotzdem gelten sie als die Bösewichte unserer Zeit. Vor allem die zunehmende Verschmutzung der Meere trägt nicht gerade zu einem Imagewechsel bei. Nötig hätte das der Werkstoff freilich nicht. Denn Kunststoff hat auch seine Vorzüge: Er ist leicht, haltbar und günstig. Deswegen geht der Trend auch immer mehr zu Biokunststoffen.

Haushaltwaren aus Biokunststoffen auf Basis von Rohrzucker (© Coza/Tecnaro)

Haushaltwaren aus Biokunststoffen auf Basis von Rohrzucker (© Coza/Tecnaro)

Schätzungsweise ein Prozent aller Kunststoffe sind inzwischen aus Biokunststoff. Heute noch ein Nischenprodukt, prophezeien Experten ein starkes Wachstum, insbesondere auf dem Verpackungsmarkt. Auch im Kampf gegen Marine Litter soll die Werkstoffklasse helfen. Problem: Bio ist nicht gleich bio und nicht jede grüne Alternative ist am Ende biologisch abbaubar.

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Recycling: Schildkröten interessieren sich nicht für Mode

Wiederverwertung ist in der Mode schwer angesagt. Schuhe, Trikots oder Rucksäcke: Was man alles aus so einer PET-Flasche machen kann – beeindruckend! Gleich mehrere Hersteller wollen mit ihren Klamotten die Meere sauber machen. Grünfärberei oder sinnvolle Initiative?

Nicht besonders schick, aber nachhaltig: Das Modell Re- Kånken besteht aus alten PET-Flaschen (© Fjällräven)

Nicht besonders schick, aber irgendwie nachhaltig: Das Modell Re- Kånken besteht aus alten PET-Flaschen (© Fjällräven)

Eckig, kantig und irgendwie schmucklos. Nein, besonders schön ist der Kånken nicht. Und dennoch erfreuen sich die bunten Fjällräven-Rucksäcke einer wachsenden Beliebtheit. Vor allem junge Hipster-Mamis aus Hamburg reißen sich um den Beutel. Und der Ansturm könnte noch weiter wachsen. Denn das schwedische Unternehmen hat ein ganz besonderes Material für sich entdeckt: Kunststoffabfall. Re- Kånken heißt das Modell, das seit diesem Sommer für fast 90€ den Besitzer wechselt. Re, ihr wisst schon, wie Re-cycling. Die Neuaflage wurde aus elf PET-Flaschen hergestellt. Fjällräven ist allerdings nicht das erste Unternehmen, das den Trend zum Treibgut für sich entdeckt hat.

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Leben ohne Kunststoff: Versucht es doch mal

Geschenke an Weihnachten, Christo seine Gebäude oder einfach das Pausenbrot für die kleinen Racker: Der Mensch liebt es einfach, Dinge einzupacken. Der reale Verpackungsirrsinn kennt dabei keine Grenzen. Ein paar besonders schöne Beispiele finden sich hier. Mein Liebling ist übrigens Bild 9. Lustig ist das allemal. Aber leider auch charakteristisch für eine Gesellschaft, die den Sinn einer Verpackung nicht versteht.

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Marine Litter: Das kann nicht die Lösung sein

Biokunststoffe haben viele Vorteile, eine Lösung für die zunehmende Verschmutzung der Meere sind sie sicher nicht. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Studie „Biodegradable Plastics and Marine Litter“ des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP). Der Einsatz von bioabbaubaren Kunststoffen wird demnach keine signifikante Verbesserung der Probleme des „Marine Littering“ bringen – weder quantitativ noch qualitativ. 

© Pixabay

© Pixabay

Über die Abbaubarkeit von Biokunststoffen im Meerwasser gibt es nur wenige Studien. Fest steht: In marinen Umgebungen werden sie deutlich langsamer abgebaut als in Thermokompostern – wo sie eigentlich hingehören. Das Meerwasser ist kühler, hat eine andere Zusammensetzung von Mikroorganismen und andere Sauerstoffverhältnisse. Außerdem fällt in die tieferen Regionen kein Sonnenlicht; durch UV-Licht werden viele Kunststoffe instabil und zerfallen.

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