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Biokunststoffe: Grün ist meist nur das Gewissen

Nicht erst durch den Vorstoß der EU sind Kunststoffe in Verruf geraten. Für die Industrie heißt das: Ersatzprodukte müssen her, zum Beispiel in Form von Biokunststoffen. Aber ist die grüne Alternative auch wirklich immer die nachhaltigste Lösung?

Allein in Deutschland werden jährlich rund 3,1 Mrd. Kapseln verbraucht.

Allein in Deutschland werden jährlich rund 3,1 Mrd. Kaffeekapseln verbraucht.

Ja, auch ich besitze einer diesen bösen Kapselmaschinen. Und nach jedem neuen Ladenbesuch stieg das schlechte Gewissen. Vor allem, weil ich auch zu den faulen Menschen gehöre und die Kapseln nicht richtig entsorge. Schande über mein Haupt. Also was tun? Die Maschine wegschmeißen, ist nun auch keine Option. Zum einen hat das gute Teil Geld gekostet und zum anderen ist unnötiger Elektroschrott auch nicht die Lösung. Im Idealfall fängt man ja immer an der Wurzel des Problems an. Womit wir wieder bei der Kapsel wären.

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SofaWiki: Biokunststoffe

Verpackungen, PET-Flaschen oder Plastiktüten – Kunststoffe sehen wir an jeder Ecke. Und trotzdem gelten sie als die Bösewichte unserer Zeit. Vor allem die zunehmende Verschmutzung der Meere trägt nicht gerade zu einem Imagewechsel bei. Nötig hätte das der Werkstoff freilich nicht. Denn Kunststoff hat auch seine Vorzüge: Er ist leicht, haltbar und günstig. Deswegen geht der Trend auch immer mehr zu Biokunststoffen.

Haushaltwaren aus Biokunststoffen auf Basis von Rohrzucker (© Coza/Tecnaro)

Haushaltwaren aus Biokunststoffen auf Basis von Rohrzucker (© Coza/Tecnaro)

Schätzungsweise ein Prozent aller Kunststoffe sind inzwischen aus Biokunststoff. Heute noch ein Nischenprodukt, prophezeien Experten ein starkes Wachstum, insbesondere auf dem Verpackungsmarkt. Auch im Kampf gegen Marine Litter soll die Werkstoffklasse helfen. Problem: Bio ist nicht gleich bio und nicht jede grüne Alternative ist am Ende biologisch abbaubar.

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Marine Litter: Das kann nicht die Lösung sein

Biokunststoffe haben viele Vorteile, eine Lösung für die zunehmende Verschmutzung der Meere sind sie sicher nicht. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Studie „Biodegradable Plastics and Marine Litter“ des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP). Der Einsatz von bioabbaubaren Kunststoffen wird demnach keine signifikante Verbesserung der Probleme des „Marine Littering“ bringen – weder quantitativ noch qualitativ. 

© Pixabay

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Über die Abbaubarkeit von Biokunststoffen im Meerwasser gibt es nur wenige Studien. Fest steht: In marinen Umgebungen werden sie deutlich langsamer abgebaut als in Thermokompostern – wo sie eigentlich hingehören. Das Meerwasser ist kühler, hat eine andere Zusammensetzung von Mikroorganismen und andere Sauerstoffverhältnisse. Außerdem fällt in die tieferen Regionen kein Sonnenlicht; durch UV-Licht werden viele Kunststoffe instabil und zerfallen.

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