Schlagwort-Archive: Marine Litter

Mikroplastik: Löchrige Selbstverpflichtung

Es wird knapp. Bis 2020 will die Kosmetikindustrie auf Mikroplastik in ihren Produkten verzichten – freiwillig. Problem bei dieser Selbstverpflichtung ohne Regeln: Die wenigsten setzen sie durch. Nach wie vor verwenden viele Hersteller Mikroplastik in ihren Produkten. Das zeigt auch das Ergebnis einer Greenpeace-Bewertung von 22 deutschen Firmen.

Mikroplastik aus Kosmetikprodukten: Die Selbstverpflichtung der Industrie reicht nicht aus (© BUND/S. Glinka)

Mikroplastik aus Kosmetikprodukten: Die Selbstverpflichtung der Industrie reicht nicht aus (© BUND/S. Glinka)

Einseifen, abwaschen, runterspülen – so gelangen jährlich allein rund 500 Tonnen Polyethylen aus Kosmetika hierzulande in die Umwelt. Die meisten Kläranlagen sind jedoch mit den winzigen Partikeln überfordert und können diese nicht vollständig herausfiltern. Also landen sie in unseren Flüssen und Meeren. Dort lagern sich die Kunststoffteilchen im Sediment an und werden zur Nahrung für Muscheln und andere Meerestiere. In Ländern wie den USA und Kanada ist Mikroplastik in Kosmetik inzwischen verboten. In Deutschland hat man auf freiwillige Zugeständnisse der Industrie gesetzt.

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Die Kunststoffindustrie zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Rund 70 Teilnehmer folgten der Einladung der Industrieverbände HessenChemie und PlasticsEurope zur Veranstaltung „Kunststoff in Hessen“ in Wiesbaden. Im Fokus stand vor allem das Thema Nachhaltigkeit. Dabei zeigte sich, dass Wünsche und Ansprüche an den Werkstoff nicht gegensätzlicher sein könnten.

Tarek Al-Wazir, Bündnis 90/Die Grünen: Tarek Al-Wazir, Bündnis 90/Die Grünen: „Wenn wir im Nordpazifik mehr Kunststoffpartikel als Plankton finden, dann haben wir ein Problem“ (©Arne Landwehr/Flickr)

Tarek Al-Wazir, Bündnis 90/Die Grünen: Tarek Al-Wazir, Bündnis 90/Die Grünen: „Wenn wir im Nordpazifik mehr Kunststoffpartikel als Plankton finden, dann haben wir ein Problem“ (©Arne Landwehr/Flickr)

Architektur und Design leben von vielseitiger Gestaltung in Verbindung mit Funktionalität. Dafür braucht es die richtigen Werkstoffe, die Raum für Kreativität lassen. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt der HessenChemie Campus, ein Niedrigenergiehaus, in Wiesbaden. Das Niedrigenergiehaus steht für energieeffizientes Bauen, moderne Energieversorgung und einen schonenden Umgang mit Ressourcen. Kein Wunder, dass vor allem Politiker von der Fraktion Die Grünen dem Gebäude gerne einen Besuch abstatten. So wie auch Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.

Al-Wazir sprach nicht nur das Grußwort, sondern gab der Veranstaltung auch ihre Marschrichtung. Denn obwohl Kunststoffe in vielen Wirtschaftszweigen von der Medizintechnik bis zur Mobilität Antreiber sind, fehle es dem Werkstoff selbst an eigener Innovationskraft. „Wir brauchen auch Innovationen, um Kunststoffe effizienter zu produzieren und umweltverträglicher, vor allem besser recycelbar und damit zu einem Teil einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft zu machen“, so der Minister. Das sei entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der Kunststoffindustrie.

Hohe Beständigkeit und schnelle Abbaubarkeit

In seiner Ansprache ging Al-Wazir auch auf die Schattenseiten ein. Denn trotz aller Vorteile, dürfe man eine Frage nicht außer Acht lassen: Wo enden Kunststoffprodukte? „Wenn wir im Nordpazifik mehr Kunststoffpartikel als Plankton finden, dann haben wir ein Problem“, mahnte der Minister. Nur mit einer sinnvollen und wirkvollen Kreislaufwirtschaft könne das gelöst werden […]

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Recycling: Schildkröten interessieren sich nicht für Mode

Wiederverwertung ist in der Mode schwer angesagt. Schuhe, Trikots oder Rucksäcke: Was man alles aus so einer PET-Flasche machen kann – beeindruckend! Gleich mehrere Hersteller wollen mit ihren Klamotten die Meere sauber machen. Grünfärberei oder sinnvolle Initiative?

Nicht besonders schick, aber nachhaltig: Das Modell Re- Kånken besteht aus alten PET-Flaschen (© Fjällräven)

Nicht besonders schick, aber irgendwie nachhaltig: Das Modell Re- Kånken besteht aus alten PET-Flaschen (© Fjällräven)

Eckig, kantig und irgendwie schmucklos. Nein, besonders schön ist der Kånken nicht. Und dennoch erfreuen sich die bunten Fjällräven-Rucksäcke einer wachsenden Beliebtheit. Vor allem junge Hipster-Mamis aus Hamburg reißen sich um den Beutel. Und der Ansturm könnte noch weiter wachsen. Denn das schwedische Unternehmen hat ein ganz besonderes Material für sich entdeckt: Kunststoffabfall. Re- Kånken heißt das Modell, das seit diesem Sommer für fast 90€ den Besitzer wechselt. Re, ihr wisst schon, wie Re-cycling. Die Neuaflage wurde aus elf PET-Flaschen hergestellt. Fjällräven ist allerdings nicht das erste Unternehmen, das den Trend zum Treibgut für sich entdeckt hat.

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Marine Litter: Das kann nicht die Lösung sein

Biokunststoffe haben viele Vorteile, eine Lösung für die zunehmende Verschmutzung der Meere sind sie sicher nicht. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Studie „Biodegradable Plastics and Marine Litter“ des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP). Der Einsatz von bioabbaubaren Kunststoffen wird demnach keine signifikante Verbesserung der Probleme des „Marine Littering“ bringen – weder quantitativ noch qualitativ. 

© Pixabay

© Pixabay

Über die Abbaubarkeit von Biokunststoffen im Meerwasser gibt es nur wenige Studien. Fest steht: In marinen Umgebungen werden sie deutlich langsamer abgebaut als in Thermokompostern – wo sie eigentlich hingehören. Das Meerwasser ist kühler, hat eine andere Zusammensetzung von Mikroorganismen und andere Sauerstoffverhältnisse. Außerdem fällt in die tieferen Regionen kein Sonnenlicht; durch UV-Licht werden viele Kunststoffe instabil und zerfallen.

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Müllkippe statt Lebensraum

Geisternetze, Tragetaschen oder PET-Flaschen: Millionen Tonnen Kunststoff treiben auf den Weltmeeren. Die Verschmutzung des größten Lebensraums der Erde ist ein globales Problem – für Mensch, Tier und Umwelt. Um die Ozeane vom Abfall zu befreien, sind alle gefragt. Dabei geht es nicht nur um die Beseitigung des Mülls, sondern auch um Aufklärung und einen offenen Dialog.

10 Mio. t Abfall landen jedes Jahr im Meer; der Großteil besteht aus Kunststoff (© cc-by-sa)

10 Mio. t Abfall landen jedes Jahr im Meer; der Großteil besteht aus Kunststoff (© cc-by-sa)

Er liegt zwischen 135° und 155° westlicher Länge und zwischen 35° und 42° nördlicher Breite und bildet die wahrscheinlich größte zusammenhängende Müllhalde der Erde: Der Great Pacific Garbage ist eine riesige schwimmende Masse aus Abfällen, die zum größten Teil aus Kunststoff besteht. Ihre exakten Ausmaße sind bis heute nicht ganz bekannt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Müllteppich mittlerweile so groß wie Zentraleuropa ist. Und er wächst weiter, nicht nur im Nordpazifik.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) schätzt, dass sich heute zwischen 100 und 142 Mio. t Abfall in den Weltmeeren befinden. Dabei handelt es sich vor allem um Verpackungsmaterialien sowie um Abfälle aus Fischerei und Schifffahrt. Nach Angaben vom Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU), Berlin, kommen etwa 10 Mio. t Abfall jedes Jahr hinzu; etwa 75% bestehen aus Kunststoff.

Menü aus Kunststoff

„Kunststoff ist zu schade zum Wegwerfen, dennoch werden viele Abfälle unsachgemäß entsorgt oder deponiert“, erklärt Dr. Ingo Satorius vom Verband der Kunststofferzeuger in Deutschland PlasticsEurope Deutschland e.V., Frankfurt. Um die Meere von den Abfällen zu befreien und neue zu verhindern sind Politik, Industrie und Gesellschaft gefragt. Der Verband unterstützt und initiiert verschiedene Programme zur Abfallverwertung, gibt Information und leistet Aufklärung. Die Aktionen reichen von Schulprogrammen über Kooperationen mit Wassersportverbänden bis hin zu groß angelegten Initiativen.

Nach Angaben von NABU schwimmen an der Oberfläche gerade einmal 15% des Mülls, mehr als 70% sinken auf den Meeresboden und die restlichen 15% werden als Strandgut an die Küsten geschwemmt. Einmal im Meer bleiben die Abfälle dort über Jahrhunderte. Für die Meerestiere sind sie ein gefundenes Fressen. 2002 wurde in Schottland ein verendeter Zwergwal angespült. In seinem Bauch: 800 kg Kunststoff […]

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