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Die Natur als Vorbild: Künstliche Spinnenseide für Textilien

Robust, elastisch und belastbar: Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften ist Spinnenseide ein Material, das für Biologen und Produktentwickler gleichermaßen interessant ist. Einem deutschen Unternehmen ist es gelungen, die Faser künstlich herzustellen. Unter dem Namen „Biosteel“ ist sie für den Einsatz in Hightech-Textilien vorgesehen, etwa für Sport, Medizin und Militär.

Performance-Schuh aus Biosteel: Der Futurecraft Biofabric ist der erste Schuh aus der künstlichen Spinnenseide (© Instagram/Adidas)

Performance-Schuh aus Biosteel: Der Futurecraft Biofabric ist der erste Schuh aus der künstlichen Spinnenseide (© Instagram/Adidas)

Spinnen sind Seidespezialisten. Jede der über 41 000 Arten hat ein eigenes Set an Seidenfäden zur Verfügung. Spinnenseiden können fester als Stahl und dehnbar wie Gummi sein. Sie sind vollständig recycelbar, leicht und wasserfest, besitzen aber trotzdem ein hohes reversibles Wasseraufnahmevermögen.

Da Spinnen sich als Zuchttiere nicht eignen, war eine industrielle Fertigung solcher Fäden lange nicht möglich. Daher wurden seit den 1980er-Jahren Anstrengungen unternommen, die Erbinformation der Spinnenseide in industriell produzierbare Mikroorganismen wie Hefen oder Bakterien einzubauen und so Spinnenseidenproteine biotechnologisch herzustellen.

Die Art und Weise, wie Spinnen ihre Netze bauen, faszinierte auch Prof. Thomas Scheibel, Leiter des Lehrstuhls für Biomaterialien der Universität Bayreuth und Gründer der AMSilk GmbH in Planegg bei München. Der Biochemiker setzte sich in den Kopf, die chemischen und mechanischen Prozesse, die beim Erzeugen der Seidenfäden ablaufen, zu erforschen und technisch nachzuahmen – mit Erfolg. Scheibels Team gelang es 2008 zusammen mit Arbeitsgruppen von TUM-Professor Andreas Bausch und Horst Kessler vom Institute for Advanced Study der TUM erstmals, einen künstlichen Spinnkanal zu bauen […]

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